Thuja düngen mit Bittersalz oder gibt es bessere Alternative?

Thuja smaragd Baumschulfoto

Ist Bittersalz gut für Ihre Thuja? Bittersalz wird oft mit einem schönen frischen grünen Thuja in Verbindung gebracht. Aber oder Bittersalz gut ist für Ihre Thuja bzw. für Koniferen ist ohne zusätzliche Informationen nicht klar und deutlich zu beantworten. Ja sicherlich kann es unter bestimmte Bedingungen gut sein Ihre Thuja mit Bittersalz zu düngen. Aber besonders wenn Ihre Thujen schon Probleme haben, kann Bittersalz das Problem oft sogar verschlimmern. Als ehemaliger Baumschulbesitzer werde ich es erklären und Ihnen auch eine Alternative bieten.

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Warum düngt man Thuja normalerweise mit Bittersalz?

Kommt es zu einem Magnesiummangel im Boden, führt dies auch zu einem Magnesiummangel in die Thuja. Bittersalz enthält Magnesium und der Magnesiummangel kann mit Bittersalz behoben werden. Dies ist aber viel zu kurz gegriffen. Meist, besonders in Lehmböden, gibt es normalerweise gar keinen Magnesiummangel im Boden, sondern nur ein Aufnahmeproblem. Und wenn das so ist, wird Bittersalz die Dinge nur schlimmer machen.

Wann kann Bittersalz nützlich sein für Ihre Thuja?

Bittersalz kann eine positive Wirkung auf Ihre Thuja haben, wenn die Hecke noch gesund aussieht sondern nur die Farbgebung ein bisschen zu wünschen übrig lässt, wenn dabei der Boden und das Bodenleben ansonsten noch gesund sind sowie die Verfärbung tatsächlich durch einen Magnesiummangel im Boden verursacht wird. Wenn das alles zutrifft, hat der Zusatz von Bittersalz (bei ausreichendem Feuchthalten des Bodens) mit ziemlicher Sicherheit einen positiven Einfluss auf die Farbe und Gesundheit der Hecke.

Dies sind aber ziemlich viele „Wenn“-Bedingungen, die man darüber hinaus äußerst schwer beurteilen kann. Sie sind schon für einen Landschaftsgärtner oder anderen Profi äußerst schwer zu beurteilen, geschweige denn für einen Laien. Magnesiummangel im Boden kommt ziemlich häufig vor auf leichten Sandböden. Insbesondere wenn im Laufe der Zeit immer viel Wasser gegeben wurde (und das ist auf sandigen Böden notwendig), kann Magnesium ausgespült werden. Lehmböden enthalten in der Regel mehr als genug Magnesium (manchmal aufgrund von Überdüngung sogar zu viel). Allerdings bedeutet genügend Magnesium im Boden nicht automatisch ausreichend Magnesium in der Pflanze, im Gegenteil! Dazu gleich mehr.

Wann ist es nicht sinnvoll, Ihre Thuja mit Bittersalz zu düngen?

Leider ist das eine ziemlich komplexe Frage, denn selbst wenn ein Magnesiummangel in der Pflanze vorliegt, ist dies nicht zwingend auf einen Magnesiummangel im Boden zurückzuführen. Oftmals ist also nicht die Magnesiumkonzentration im Boden das Problem, bei Lehmböden schon eher selten. Es gibt diverse Ursachen, die dafür sorgen können, dass eine Pflanze Magnesium schlecht in sich aufnimmt. Normalerweise liegt es genau an einem Mangel an Humus und organischem Material im Boden. In einem lebhaften Boden kann die Pflanze aufnehmen, was sie will (falls vorhanden). Bei einem Mangel an Humus und organischem Material im Boden macht es keinen Sinn, Ihre Koniferen wie Thuja mit Bittersalz zu düngen und ist es sogar schädlich.

Es macht keinen Sinn, wenn einer oder mehrere der folgenden 4 Punkte betroffen sind:

1) Mangel an Spurenelementen

Bestimmte (Spuren-)Elemente sind für die Absorption anderer Elemente notwendig, und bestimmte andere Elemente hemmen gerade die Wirkung und/oder die Absorption bestimmter Elemente. Das letzte nennt man Antagonismus. Auf dem nachfolgenden berühmten Mulder’s Chart sieht man mit einen Blick, wie kompliziert das Ganze ist (und selbst das ist eine äußert vereinfachte Darstellung). So kann beispielsweise Kalium die Aufnahme von Magnesium hemmen, d.h. Kalium ist ein Antagonist von Magnesium. Und das, obwohl Kalium ein überaus wichtiger Nährstoff für alle Pflanzen ist und daher fast immer in (künstlichen) Düngemitteln enthalten ist (das K in NPK-Dünger steht für Kalium). Also kann auch der Überfluss eines anderen Elements einen Magnesiummangel in der Pflanze verursachen, auch wenn sich genügend Magnesium im Boden befindet.

Mulder´s Chart

Ein Element hemmt die Absorption des anderen, das andere ist sogar für die Absorption eines weiteren Elements notwendig.

2) Humusmangel

Ein weitere wichtige Ursache kann ein Humusmangel im Boden sein. Im Boden sorgen die chelatbildende Eigenschaften der Humusbestandteile (wie Humin- und Fulvinsäure) dafür, dass Metallionen wie Magnesium viel besser von der Pflanze aufgenommen werden. Humus ist auch für den Ton-Humus-Komplex wichtig und sorgt für einen luftigen Boden und damit für Aufnahmekapazität. Bei ausreichend organischem Material und Humus im Boden gibt es für die meisten Pflanzen überhaupt kein Problem. Auch was die Bodenzusammensetzung sonst ist. Dies ist ein bisschen kurz gegriffen, aber zum größten Teil ist es einfach so.

3) Kein gesundes Bodenleben

Ein gesundes Bodenleben (wie „gute“ Bodenpilze, Bodenbakterien, Regenwürmer, Nematoden und Springschwänze) spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Nährstoffen.

4) Schlechte Bodenstruktur

In Lehmböden kann ein zu hoher Magnesiumgehalt sogar zu Problemen führen. Es stört den Ton-Humus-Komplex (zu viel Mg, zu wenig Ca). Es sorgt nämlich dafür, dass sich der Boden verhärten und sich verdichten kann. Dies geschieht, wenn Magnesium zu viel Kalzium im Ton-Humus-Komplex verdrängt. Das ist sehr nachteilig. Zu wenig Humus verursacht ebenfalls eine schlechte Bodenstruktur. Übrigens gehen schlechte Bodenstruktur und ungesundes Bodenleben oft Hand in Hand.

Wenn einer oder mehrere der oben genannten Punkte zutreffen, hat es absolut keinen Sinn, Ihre Thuja mit Bittersalz zu düngen. Es besteht dann sogar die Gefahr, dass es die Thuja verbrennt.

Kann eine Bittersalz Düngung meiner Thuja schaden?

Bittersalz wird oft als magische Lösung für Probleme bei Heckenpflanzen eingesetzt, vor allem bei Lebensbäume. Ich habe das schon so oft gehört, wenn ich mir bei Kunden eine „nicht allzu fitte“ Hecke angeschaut habe. Oftmals versetzt man der Hecke damit jedoch gerade den Todesstoß. Das Bodenleben bekommt durch das Salz einen zusätzlichen Schlag. Und die Thuja, die schon so oft zu trocken gestanden haben, trocknen wegen des Bittersalzes nur noch mehr aus, denn wie der Name schon sagt, ist Bittersalz nämlich tatsächlich ein Salz …

Heckenkraft, eine super gute Alternative zu Bittersalz

Mit dem Jahresdüngeplan von Heckenkraft müssen Sie sich überhaupt keine Gedanken mehr über Düngemittel machen. Und Ihre Thuja bekommt das ganze Jahr über, alles was sie braucht. Die Verwendung von Bittersalz, die bei falscher Anwendung Ihren Thuja schaden kann, ist dann nicht mehr erforderlich.

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