Mit unserer Schritt-für-Schritt Pflanzanleitung erfahren Sie, wie Sie Ihre Hecke erfolgreich pflanzen, setzen und anlegen. Beim Anpflanzen einer Pflanzenhecke beeinflusst der Bodentyp, wie am besten vorgegangen werden kann. Diese Pflanzanleitung enthält eine Vorgehensweise für die beiden Extreme, nämlich Lehmboden und Sandboden. Bevor jedoch die eigentliche Anleitung beginnt, müssen wir 4 Punkte behandeln, die von großer Bedeutung beim Anpflanzen einer Hecke sind.
4 Punkte bevor Sie mit dem Pflanzen beginnen
Bevor Sie mit dem Graben beginnen, sollten Sie sich unserer Meinung nach über 4 wichtige Punkte klar werden, die für das erfolgreiche Hecke pflanzen und anlegen entscheidend sind.
Ballentuch, Jute-Gewebe
Eine immer wiederkehrende Frage und ein ewiges Diskussionsthema: Sollte das Juteballentuch entfernt werden oder nicht?
Bodenbedeckung mit Rindenmulch
Wenn Sie planen, den Boden später mit einer Schicht Rindenmulch abzudecken, sollten Sie beim Hecke pflanzen besonders darauf achten, nicht zu tief zu setzen. Denn Rindenmulch zählt praktisch als zusätzliche Erdschicht. Außerdem empfehlen wir die Verwendung von Rindenmulch für die meisten Heckenarten überhaupt nicht. Tatsächlich ist eine dünne Schicht Rindenmulch nur bei Thuja sinnvoll. Für andere Heckenarten raten wir davon ab, es sei denn, der Boden ist extrem durchlässig – was in 9 von 10 Fällen in Deutschland nicht der Fall ist. Lesen Sie unbedingt unseren Artikel über Rindenmulch, wenn Sie überlegen, diesen später zu verwenden.
Wie tief sollten Sie pflanzen?
Oft ist es richtig, die Oberseite des Wurzelballens an das Niveau des Bodens anzuschließen. Tiefer zu pflanzen ist nie gut, aber manchmal ist es sogar besser, absichtlich etwas höher zu pflanzen. Wie Sie später in der Pflanzanleitung sehen werden, ist dies ohnehin bei Lehmböden der Fall, aber es gibt noch weitere Situationen, in denen dies sinnvoll ist. Lesen Sie dazu den folgenden Artikel über die richtige Pflanztiefe.
Tropfschlauch bei Ihrer Hecke?
Bei einigen Pflanzenarten, wie Thuja, empfiehlt es sich, einen Tropfschlauch zu verlegen. Für andere Arten ist ein Tropfschlauch unserer Meinung nach weniger geeignet oder sogar nicht gut. Wir erklären es in ‚Tropfschlauch bei Ihrer Hecke. Macht das Sinn?‚
Hecke setzen: Schritt-für-Schritt Anleitung
Graben
Beginnen Sie erst mit dem Graben, wenn Sie wissen, wie hoch und breit die Wurzelballen ungefähr sind. Genau sicher wissen Sie das eigentlich erst, wenn die Pflanzen vor Ort angekommen sind, denn Angaben zur Ballengröße von Online-Anbietern sind oft nicht sehr zuverlässig. Wir waren selbst Lieferanten aus einer eigenen Baumschule und geben ohne Weiteres zu, dass dies bei uns damals auch so war. Wir halfen dann vor Ort oft mit, die Pflanzrinne noch zu korrigieren (weil wir uns ein wenig schuldig fühlten), aber die meisten Online-Anbieter werden das mit Sicherheit nicht tun.
Hecke pflanzen im Lehmboden
Graben Sie ein Pflanzgraben und keinesfalls Löcher! Graben Sie ein Pflanzgraben von minimal 2 bis 3 Wurzelballen breit und mindestens Anderthalbe Wurzelball tief. Mischen Sie den ausgegrabenen Lehmboden zu gleichen Teilen (50-50 %) mit Blumenerde. Geben Sie von dieser Mischung erstmal so viel zurück in das Pflanzgraben hinein, dass ca. 10 cm weniger als die Höhe eines Wurzelballens frei bleibt (der lockere Boden darunter sinkt ja noch locker 5 cm ein beim setzen). Die Oberseite des Wurzelballens muss später wieder an den normalen Bodenniveau anschließen oder lieber noch einen kleinen Hügel bilden (ca. 5 cm hoch ist ideal, siehe Skizze unten).
Hecke pflanzen im Sandboden
Graben Sie Vorzugsweise ein Pflanzgraben von 2 bis 3 Wurzelballen breit und mindestens Anderthalbe Wurzelball tief. In sehr lockeren Sandböden ist das Graben von Löchern anstelle eines Grabens in Ordnung. Aber ein Graben wird sich später als praktischer erweisen, wenn Sie die Pflanzen, die nicht alle gleich dick/breit sind, gut aneinander anschließen möchten. Wenn Sie ein Genauigkeitsfanatiker sind, kann dies mit Löchern sehr mühsam sein, denn dann läuft man ständig hin und her mit dünneren und dickeren Pflanzen.
Mischen Sie den ausgehobenen Sandboden zu gleichen Teilen (50-50 %) mit Blumenerde.
Geben Sie von dieser Mischung erstmal so viel in das Pflanzgraben hinein, dass noch etwa die Tiefe eines Wurzelballens minus 5 cm frei bleibt (der lockere Boden darunter sinkt ja noch locker 5 cm ein beim Einsetzen). Die Oberseite des Wurzelballens muss später wieder an den normalen Bodenniveau anschließen.
Blumenerde vs Pflanzerde
Besonders in Lehmböden ist es besser, wie auf diesem Bild, die Pflanzen etwas höher zu pflanzen. In Sandböden ist es besser, die Oberseite des Wurzelballens auf gleiche Höhe wie die Oberfläche des Bodens zu pflanzen.
Einsetzen
1. Pflanzen verteilen und Abstand halten
Setzen Sie zunächst alle Pflanzen in den Pflanzgraben und verteilen Sie diese optimal.
Thuja Smaragd: hier ist es wichtig, sie nicht enger zu pflanzen als mit einem leichten Berühren an der breitesten Stelle unten.
Andere Sorten: Diese dürfen etwas näher beieinander stehen, aber auch hier gilt: Zu eng ist nie gut und führt zu mehr Nachteilen als Vorteilen, da es das Wachstum hemmt.
2. Angießen und Einschlämmen (Wichtig!)
Füllen Sie nun den Graben bis zu zwei Drittel der Höhe des Wurzelballens mit Ihrer Erdmischung auf. Jetzt kommt der wichtigste Teil: Gießen Sie eine große Menge Wasser hinzu, damit Wurzelballen und Erde komplett durchtränkt werden (das sogenannte „Einschlämmen“).
Achtung: Halten Sie den Wasserstrahl zwischen die Wurzelballen, um die Erde nach unten zu spülen. Halten Sie ihn nicht direkt auf den Ballen, damit die Erde nicht aus dem Jutesack herausgespült wird.
3. Ballentuch finalisieren
Je nachdem, welches Ballentuch Sie haben (siehe oben), ist jetzt der Moment, um eventuell die Knoten zu lösen oder den Eisendraht durchzuschneiden.
4. Optional: Der Wachstum-Booster
Möchten Sie die Wurzelbildung beschleunigen und die Pflanzen schneller klimaresistent machen? Dann ist jetzt der ideale Zeitpunkt für Heckenkraft-Erholung. Je schlechter der Boden, desto wichtiger ist dieser Schritt.
Anwendung: Mischen Sie die Lösung gemäß der Anleitung und gießen Sie diese direkt oben auf den Wurzelballen (eine Überdosierung ist nicht möglich).
5. Auffüllen und Ausrichten
Füllen Sie erst jetzt die restliche Erdmischung auf und gießen Sie erneut kräftig, bis alles vollständig mit Wasser gesättigt ist. Der Wurzelballen wird nun von selbst fest von der Erde umschlossen.
Der Trick beim Ausrichten:
Nur solange der Boden völlig durchtränkt und matschig ist, können Sie die Bäume vorsichtig gerade rücken, ohne das Wurzelsystem zu beschädigen.
💡 Experten-Tipp für Lehmböden
Ein Trick, den wir als Baumschuler bei schweren Böden immer angewendet haben: Tragen Sie ganz zum Schluss eine dünne Schicht des ursprünglichen Lehmbodens (3 bis 5 cm) oben auf den Pflanzhügel auf.
Warum? Diese Schicht wirkt wie ein Deckel. Sie verhindert, dass Regenwasser zu leicht direkt am Stamm in das lockere Pflanzloch läuft und dort Staunässe verursacht („Badewannen-Effekt“). Das Wasser wird so besser in den restlichen Garten abgeleitet.
Wässern in der Zeit nach dem Pflanzen
Nachdem Sie Ihre Hecke gepflanzt haben, ist es nun wichtig, diese richtig zu wässern. Das ist das Schwierigste von allen. Hierbei kommt es oft zu Fehlern, beispielsweise durch tägliches Gießen, was in keiner Situation gut ist, auch nicht bei 35°C. Um Ihnen hierbei zu helfen, haben wir zwei Gießanleitungen geschrieben, eine für Thuja und eine für alle anderen Heckenpflanzensorten wie Taxus, Buchen, Kirschlorbeer und den Rest:
Düngung Ihrer frisch gepflanzten Hecke
Das Düngen im klassischen Sinne ist für eine neu gepflanzte Hecke nicht empfehlenswert. Gemeint ist hier die Gabe von nährstoffhaltigem Dünger; dies ist nicht gut und kann frisch gepflanzten Hecken sogar schaden.
Bestimmte Biostimulanzien oder Stoffe, die die Wurzelbildung und die Nährstoffaufnahme unterstützen, können hingegen sehr sinnvoll sein. Heckenkraft Erholung ist ein solches Hilfsmittel. Es sorgt dafür, dass die Pflanzen schneller einwurzeln und Nährstoffe sowie Wasser früher aus dem Boden aufnehmen können. Dies kann Ihrer Hecke helfen, das kritische erste halbe Jahr nach der Pflanzung gut zu überstehen.
