Dünger für Hecken

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Tropfschlauch bei Ihrer Hecke. Macht das Sinn?

Tropfschlauch bei Thuja Smaragd Hecke

Inhalt dieses Artikels

Tropfschlauch - Unsere Erfahrung

Das Verlegen eines Perlschlauchs, Tropschlauches oder anderen automatischen Bewässerungssystems scheint die Lösung zu sein, um Ihre Hecke auf einfache Weise schön und grün zu halten. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass man damit oftmals bald nach Anpflanzung oder auf längere Sicht allerlei Probleme bekommt. Dies kann auf eine unsachgemäße Verwendung des Perlschlauchs oder Tropfschlauches zurückzuführen sein. Es kann aber auch daran liegen, dass Ihre Hecke (die Heckenpflanzenart) eigentlich nicht für eine Bewässerung per Tropfschlauch geeignet ist. Dies gilt unserer Meinung nach nämlich sogar für die meisten Sorten wie Eiben, Kirschlorbeer und Buche. Wenn Ihre Hecke sich wohl dafür eignet, ist es trotzdem wichtig, den Tropfschlauch auf geeignete Weise einzusetzen.

Was heißt kräftig gießen? Mit Wasser geben bzw. Giesen, meinen wir immer unsere ‘2 x 35 Sekunden-Regel’. Was wir damit meinen, können Sie in unserem Artikel mit allgemeinen Gießtipps nachlesen.

Für welche Hecken ein Tropfschlauch nicht geeignet ist

Für Eibe, Buche und Kirschlorbeer ist ein Tropfschlauch unserer Meinung nach nicht sinnvoll. Und meist sogar schädlich, weil er meist falsch angewendet wird. Ich erkläre, warum wir diese Ansicht vertreten.

Optimale Gießhäufigkeit variiert

Die meisten Heckenpflanzenarten müssen nicht in regelmäßigen Zeit-Abständen gegossen werden, wenn sie erst einmal gut angegangen sind. Anders gesagt variiert die optimale Häufigkeit im Laufe des Jahres sehr. Um zu sehen, wie stark die optimale Bewässerungshäufigkeit für diese Pflanzen variiert, lesen Sie diese Anleitung zum Gießen von Eibe, Kirschlorbeer und Buche. Dies gilt nicht für Thujen!, siehe nächster Absatz.

Das Wasser geben ist bei diesen Sorten nur zur Unterstützung bestimmter Wachstums- und Blütezeiten sowie bei extremen Witterungsbedingungen gemeint. D.h. man muss aufgrund dieser wechselnden optimalen Häufigkeit, trotz eines automatischen Bewässerungssystems immer noch recht aktiv eingreifen. Man kann das Bewässerungssystem bei diesen Pflanzenarten nicht für ein ganzes Jahr bzw. nicht einmal für ein paar Monate automatisieren, wenn man es richtig machen will. Die Frage ist, ob der Tropfschlauch dann noch einen großen Mehrwert darstellt. 

Also!: Die meisten Heckenpflanzenarten wie Eibe, Kirschlorbeer, Buche und Liguster benötigen kein Wasser in regelmäßigen Abständen. Im Gegenteil, die optimale Gießhäufigkeit variiert im Jahresverlauf sehr stark und ist zudem wetterabhängig. 

In der Regel wird zu oft gegossen

Tatsächlich ist ein zu häufiges Wasser geben nicht gut für die meisten Heckenpflanzenarten. Bekannte Heckenpflanzenarten wie Eibe, Kirschlorbeer und Buche können Trockenheit sehr gut vertragen. Aber nicht nur das, sie brauchen diese trockeneren Phasen sogar auch! In diesen trockeneren Phasen folgen sie dem Wasser mit ihren Wurzeln in die Tiefe (wo es zuletzt trocknet). So entsteht ein gutes Wurzelsystem. Wenn Sie oft, aber nur wenig oder kurz wässern, passiert genau das Gegenteil. Das ist sehr schlecht.

Wenn Sie dennoch einen Tropfschlauch für Ihre Eiben- oder Buchenhecke verwenden wollen, lassen Sie ihn eher selten, aber wenn, dann richtig lange laufen (z.B. eine halbe Nacht oder die ganze Nacht). 

Andere Tropfschlauchanschluss für Stauden und Hecken

Mit einem Tropfschlauch, der auch Ihre Rosen und Hortensien mit Wasser versorgen muss, können Sie Ihre Hecke nicht richtig bewässern. Schon gar nicht, wenn es sich um eine Eiben-, Buchen- oder Kirschlorbeerhecke handelt. Entweder wird Ihre Hecke dann viel zu oft gegossen oder Ihre Stauden zu wenig. Wenn Sie also doch gerne einen Tropfschlauch für Ihre Hecke verwenden wollen, achten Sie darauf, dass dieser von dem Anschluss getrennt ist, der die Stauden mit Wasser versorgt!

Eiben können kahl werden von zu häufiges Gießen. Mir ist oft aufgefallen, dass Eiben-Hecken, die sehr regelmäßig gegossen werden, oft alle möglichen Probleme entwickeln. Wie zum Beispiel Kahlheit und Durchsichtigkeit, und/oder auch Schäden durch Engerlinge oder Dickmaulrüssler. Lesen Sie warum Ihre Eibe durch zu häufiges Gießen kahl werden kann.

Tropfschlauch für Thuja eventuell geeignet

Vielleicht haben Sie bereits bemerkt, dass ich nicht der größte Fan von automatischen Bewässerungssystemen für Heckenpflanzen bin. Bei Thujas denke ich jedoch, dass es durchaus sinnvoll sein könnte.

Warum für Thuja geeignet?

Die bekannten Lebensbäume Thuja Smaragd und Thuja Brabant benötigen viel häufiger Wasser als die oben genannten Arten. Darüber hinaus ist die optimale Häufigkeit im Laufe des Jahres viel gleichmäßiger. Dies liegt daran, dass diese Pflanzen aus feuchteren Gebieten stammen (es sind daher nicht gerade die am meisten dürreresistenten Arten). Die Wurzeln der Thujas sind oberflächlich und können daher nicht gut gegen Dürrezeiten. Sie werden nie wirklich tiefe Pfahlwurzeln bilden, egal wie Sie wässern. Wenn Thujas für längere Perioden hintereinander kein Wasser bekommen (dies gilt auch für erwachsene Thujas von 4 Metern Höhe…), kommt es irgendwann zu Problemen. Wenn man dies feststellt, ist es leider oft schon zu spät, den Bäumen wieder auf die Beine zu helfen. Wir haben auch eine spezielle Anleitung zum Gießen von Thuja geschrieben.

Thuja gießen mit Tropfschlauch

Thuja Smaragd Hecke mit Tropfschlauch.

Wie oft Thuja wässern mittels Tropfschlauch?

Von Anfang März bis Ende September würde ich den Tropfschlauch alle zwei bis drei Wochen einmal laufen lassen. Nur in extrem regenreichen Zeiten sollte man auf das Bewässern verzichten. Einen Regenschauer zwischendurch können Sie ignorieren. Von Oktober bis Februar würde ich alle 4 Wochen einmal Wasser geben, es sei denn, es ist ein sehr nasser Winter.

Richtige Literzahl für Thuja

Standortabhängig
Im Durchschnitt kann man sagen, dass 10 Liter pro Thuja, pro Meter Höhe, eine gute Literzahl sind. Also 20 Liter für eine 2 Meter hohe Thuja. Die Wirkung der gleichen Wassermenge ist jedoch je nach Standort sehr unterschiedlich. Rindenmulch, Unkrautvlies und z. B. eine dicke Kiesschicht haben viel Einfluss. 

Guter Ausgangspunkt
Oft erweist sich alle drei Wochen, eine ganze Nacht laufen lassen, als guter Ausgangspunkt. Ich würde damit beginnen, den Tropfschlauch mindestens ein paar Stunden am Stück laufen zu lassen, eine kürzere Zeit wird wahrscheinlich nichts bringen. Einen Tag später sollte man mit einer Schaufel prüfen, ob der Boden an beiden Seiten der Hecke bis zu einer Tiefe von ca. 25/30 cm gut feucht geworden ist. Wenn dies nicht der Fall ist, muss der Tropfschlauch länger laufen, vielleicht sogar die ganze Nacht lang. Steht alles voller Wasser, dann sollte es natürlich kürzer sein.

Bei sandigen Böden schadet es wahrscheinlich sowieso nicht, die Bewässerung die ganze Nacht laufen zu lassen. Aber ich würde es immer mindestens einmal testen. Im ungünstigen Fall befindet sich etwas tiefer in der Erde eine dichte Tonschicht, und man flutet ganz unwissentlich die tiefer im Erdreich gelegenen Wurzeln. Das ist Gift für die Pflanze.

Immer zwei Tropfschläuche verwenden

Wenn Sie nur einen Tropfschlauch oder Perlschlauch an einer Seite verwenden, bleibt der Boden auf der anderen Seite der Hecke stocktrocken. Gerade weil man sich auf diesen Tropfschlauch verlässt, werden sich an der Heckenseite ohne Tropfschlauch irgendwann überhaupt keine Wurzeln mehr bilden (Keimwurzeln bilden sich nur in feuchter Erde). Deshalb sollte man immer einen Tropfschlauch an beiden Seiten der Hecke verlegen, ich denke, ca. 15 bis 20 cm vom Stamm entfernt ist ideal.

Tropfschlauch verstopft

Sie müssen regelmäßig überprüfen, ob der Tropfschlauch tatsächlich so viel Wasser nach unten abgibt, wie Sie möchten. Tropfschläuche können mit der Zeit verstopfen.

Während der Anwachsfase nicht mittels Tropfschlauch wässern

Im ersten halben Jahr nach dem Anpflanzen sollte die Thuja von Hand gegossen werden. Am besten per Hand mit dem Gartenschlauch bei vollständig geöffneten Wasserhahn. Ganz grundsätzlich sollte jeder Pflanze in kurzer Zeit viel Wasser gegeben werden, damit der Boden in tieferen Erdschichten schnell feucht wird. Dann muss die Erde erneut ein wenig austrocknen (d.h. die Pflanze ist zur Wurzelbildung gezwungen, um Wasser zu finden), und dann, kurz bevor es zu schwer wird für die Pflanze, muss sie erneut auf die gleiche Weise gegossen werden. Auf diese Weise werden Ihre Pflanzen innerhalb weniger Monate stark genug, den Sommer zu überstehen. Übrigens gilt diese Art der Bewässerung nur für Neuanpflanzungen im Frühjahr.

Wenn Sie Ihre Hecke im Herbst pflanzen, müssen Sie sie nach dem Anpflanzen bis etwa Februar nur ab und zu mal wässern, vor allem, wenn es lange Zeit trocken ist und vorzugsweise kurz bevor der Winterfrost einsetzt (zum Zeitpunkt des Anpflanzens selbst sollte sie natürlich richtig gut eingewässert werden). Die Pflanzen gehen nämlich ab der Herbst in eine Ruhepause und nehmen dann wenig Wasser auf. Zu viel giesen führt dann schnell zu Wurzelfäule. Im Frühjahr hat man dann die Probleme, weil sie anscheinend keine Wurzeln mehr hat, die sie gerade dann dringend braucht. In den ersten drei bis vier Monaten nach dem Anpflanzen empfehlen wir ohnehin bei keiner Heckenpflanzenart die Verwendung eines Perlschlauchs oder Tropfschlauches. Denn gerade in dieser Zeit braucht sie kurze, aber kräftige Wassergaben.

Falsche Verwendung Perlschlauch oder Tropfschlauch

Es ist sehr schlecht, jede Nacht 10 oder 20 Minuten lang einen Tropfschlauch laufen zu lassen. Damit hält man die Hecke für eine Weile am Leben, aber in Wirklichkeit ist es genauso schlimm, als würde man sie gar nicht wässern.
Die Heckenpflanzen saugen dieses bisschen Wasser auf, bevor das Wasser tiefer in das Erdreich eindringen kann. Dies führt zu einer sehr dünnen Deckschicht mit einer Vielzahl von Wurzeln, tiefer ins Erdreich bilden sich keine Wurzeln. Zwei Wochen lang kein Wasser (z.B. während eines Urlaubs), reicht dann für irreparable Schäden. Wenn der Tropfschlauch läuft, sollte dieser deshalb immer so lang laufen, bis das Erdreich auf beiden Seiten der Hecke bis auf eine Tiefe von 25 cm feucht ist.

Oft wässern; häufiger düngen

Wenn Sie einen Tropfschlauch verwenden und ihn regelmäßig in Betrieb nehmen, spülen Sie ungewollt auch Nährstoffe aus dem Boden aus. Sie spülen den Boden regelrecht rein. Wenn das der Fall ist, empfiehlt es sich, öfter als einmal pro Jahr zu düngen. In einer solchen Situation kommt Heckenkraft erst richtig zur Geltung. Das ganze Prinzip von Heckenkraft dreht sich nämlich bereits darum, häufiger, dafür aber weniger stark konzentriert zu düngen. Außerdem wirkt Heckenkraft mit seinem hohen Anteil organischer Stoffe der Ausspülung von Nährstoffen deutlich entgegen. Steigen Sie in den Heckenkraft-Jahresplan ein und gleichen Sie damit die Ausspülung von Nährstoffen durch den Tropfschlauch wieder aus.

Bei einer zweiwöchentlichen Bewässerung kann man davon ausgehen, dass der Boden durch Ausschwemmung (was übrigens unabhängig vom Tropfschlauch geschieht) irgendwann sehr nährstoffarm werden kann. Lesen Sie in diesem Artikel, wie sich dieser Wasserbedarf auf die richtige Düngung von Thujen auswirkt.

Fazit

Macht es Sinn, einen Tropfschlauch bei Ihrer neuen Hecke zu verlegen? Das war die Frage. Ich denke, dass es für die überwiegende Mehrheit der Hecken wenig Sinn macht, einen Tropfschlauch zu verlegen. Und deren häufiger Gebrauch ist für viele Arten sogar schädlich. Nur bei der Art Thuja occidentalis (am bekanntesten sind die Thuja occ. Smaragd und die Thuja occ. Brabant) kann ein Tropfschlauch das Wasser geben erleichtern. Verlegen Sie jedoch immer zwei Schläuche, einen auf jeder Seite der Hecke. Da Thujas so häufig Wasser benötigen, muss die Nährstoffausschwemmung durch humusreiche Düngung ausgeglichen werden, insbesondere auf sandigen Böden.

Diskussion

Die Bewässerung ist der schwierigste Aspekt der gesamten Gartenpflege. Fragen Sie 10 Gärtner, wie viel und wie oft eine Hecke bewässert werden sollte. Wetten, dass Sie 10 verschiedene Antworten erhalten? Auch ich habe die Wahrheit nicht gepachtet und ändere meine Meinung im Laufe der Jahre auch immer wieder mal. Außerdem macht es einen großen Unterschied, ob man am feuchten Alpenrand oder im trockenen Teil des Rhein-Main-Gebiets lebt. Fakt ist aber, dass der Boden, zumindest die oberste Schicht, für die meisten Sorten zwischendurch auch trocken werden muss. Andernfalls werden keine tiefen Wurzeln gebildet und werden Sie schwache Pflanzen bilden.

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